Hamburger Mattenfilter: Natürliche Filterlösung für Aquarien
In der Welt der Aquaristik ist ein funktionierendes Filtersystem entscheidend für die Gesundheit der Unterwasserbewohner. Während viele Aquarianer auf moderne Außen- und Innenfilter setzen, erlebt eine klassische und bewährte Methode eine Renaissance: der Hamburger Mattenfilter. Diese einfache, aber hocheffiziente Filtertechnik bietet zahlreiche Vorteile und ist besonders für Einsteiger, Nanoaquarien und Zuchtbecken eine ideale Wahl.
Was ist ein Hamburger Mattenfilter und wie funktioniert er?
Der Hamburger Mattenfilter (kurz: HMF) ist ein biologisches Filtersystem, das in den 1970er Jahren in Hamburg entwickelt wurde – daher der Name. Im Gegensatz zu komplexen technischen Lösungen besteht er im Wesentlichen aus nur zwei Komponenten: einer großflächigen Filterschaummatte und einer Luftpumpe mit Luftheber.
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Die Funktionsweise ist denkbar einfach und gleichzeitig genial: Eine Filtermatte aus grobporigem Schaumstoff wird vertikal im Aquarium positioniert, meist in einer Ecke oder entlang der gesamten Rückwand. Hinter dieser Matte entsteht ein Filterschacht. Eine Luftpumpe erzeugt durch einen Luftheber (auch Luftlift genannt) eine Wasserbewegung, die das Wasser durch die Filtermatte zieht.
Wenn das Wasser die Matte durchströmt, werden nicht nur mechanische Schmutzpartikel zurückgehalten, sondern es siedeln sich auch nützliche Bakterien an, die biologische Abbauprozesse übernehmen. Diese Bakterien verwandeln giftige Stickstoffverbindungen wie Ammoniak und Nitrit in weniger schädliches Nitrat – ein Prozess, der für jedes Aquarium lebenswichtig ist.
Die Vorteile des Hamburger Mattenfilters für Ihr Aquarium
Der Hamburger Mattenfilter erfreut sich aus guten Gründen wachsender Beliebtheit. Seine Vorteile gegenüber konventionellen Filtersystemen sind vielfältig:
Kostengünstige und langlebige Filterlösung
Im Vergleich zu technischen Außenfiltern ist der HMF äußerst preiswert in der Anschaffung. Die benötigten Materialien – Filterschaum, Luftpumpe und einige Kleinteile – kosten nur einen Bruchteil dessen, was für hochwertige Außenfilter zu zahlen ist. Zudem hält eine qualitativ gute Filtermatte viele Jahre, oft sogar Jahrzehnte.
Geringer Wartungsaufwand
Der HMF benötigt im Vergleich zu anderen Filtersystemen deutlich weniger Reinigung und Wartung. In gut eingefahrenen Systemen reicht es oft, die Matte alle paar Monate leicht auszudrücken oder abzusaugen. Es gibt keine komplexen mechanischen Teile, die verschleißen oder ausfallen können. Dies macht ihn besonders für Anfänger oder zeitsensible Aquarianer attraktiv.
Optimale biologische Filterleistung
Die große Oberfläche der Filtermatte bietet ideale Bedingungen für die Ansiedlung von Filterbakterien. Diese biologische Filterwirkung ist bei einem Hamburger Mattenfilter besonders effektiv, da die Bakterienkulturen kontinuierlich und gleichmäßig durchströmt werden. Die langsame Fließgeschwindigkeit begünstigt zudem die biologischen Abbauprozesse.
Schutz für Jungfische und Garnelen
Durch die sanfte Strömung und die großporige Struktur der Filtermatte werden keine Jungfische oder Garnelen angesaugt, wie es bei herkömmlichen Pumpenfiltern passieren kann. Dies macht den HMF zur ersten Wahl für Zuchtaquarien und Garnelenbecken.
Geräuscharmer Betrieb
Mit einer hochwertigen leisen Luftpumpe arbeitet der Hamburger Mattenfilter nahezu geräuschlos. Es gibt keine mechanischen Vibrationen wie bei Pumpenfiltern, was besonders in Wohnräumen oder Schlafzimmern von Vorteil ist.
Aufbau eines Hamburger Mattenfilters Schritt für Schritt
Der Aufbau eines Hamburger Mattenfilters ist auch für Einsteiger problemlos zu bewerkstelligen. Hier eine detaillierte Anleitung:
Die richtigen Materialien auswählen
Zunächst benötigen Sie eine Filtermatte aus PPI 10-30 Schaumstoff (Pores Per Inch – je höher die Zahl, desto feiner die Poren). Eine Mattenstärke von 3-5 cm hat sich bewährt. Die Größe sollte etwa 1/3 bis 1/4 der Grundfläche Ihres Aquariums betragen. Zudem benötigen Sie eine Luftpumpe mit ausreichender Leistung, Luftschlauch, einen Ausströmerstein oder noch besser einen speziellen Luftheber.
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Positionierung im Aquarium
Die Filtermatte kann auf verschiedene Weise im Aquarium platziert werden:
Eckfilter: Die Matte wird diagonal in eine Ecke des Aquariums eingesetzt, was platzsparend ist und sich optisch gut integrieren lässt.
Rückwandfilter: Die Matte wird entlang der gesamten Rückwand installiert, was die maximale Filterleistung bietet, aber auch mehr Platz im Becken beansprucht.
Seitenwandfilter: Ähnlich wie der Rückwandfilter, aber an einer Seitenwand platziert.
Befestigung und Installation
Die Filtermatte kann mit speziellen Filtermattenhaltern aus Kunststoff oder selbstgebastelten Lösungen aus Acrylglas befestigt werden. Der Abstand zur Aquarienwand sollte etwa 3-5 cm betragen, um einen ausreichenden Filterschacht zu bilden.
Der Luftheber wird am oberen Rand des Filterschachts positioniert. Er saugt das Wasser aus dem Filterschacht an und befördert es zurück ins Aquarium, wodurch ein kontinuierlicher Wasserfluss durch die Matte entsteht. Alternativ kann auch eine kleine Strömungspumpe verwendet werden.
Optimierung und Erweiterung des Hamburger Mattenfilters
Der klassische HMF lässt sich auf vielfältige Weise anpassen und optimieren:
Zusätzliche Filtermaterialien
Für eine verbesserte Filterleistung können im Filterschacht zusätzliche Medien wie Aktivkohle oder Zeolith platziert werden. Diese binden Schadstoffe und verbessern die Wasserqualität zusätzlich.
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Heizung integrieren
Eine Aquariumheizung kann direkt im Filterschacht untergebracht werden. Das erwärmte Wasser verteilt sich dann gleichmäßig im Becken und der Heizstab ist optisch verborgen.
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Kombination mit Pflanzenfiltern
Eine besonders naturnahe Erweiterung ist die Kombination mit einem Pflanzenfilter. Schnellwachsende Wasserpflanzen wie Hornkraut oder Wasserpest können oberhalb des Filters oder im Filterschacht angesiedelt werden und entziehen dem Wasser zusätzlich Nitrate und andere Nährstoffe.
Pflege und Wartung des Hamburger Mattenfilters
Ein großer Vorteil des Hamburger Mattenfilters ist sein geringer Wartungsaufwand. Dennoch sind einige Pflegemaßnahmen notwendig:
Regelmäßige Kontrolle
Prüfen Sie regelmäßig, ob der Wasserdurchfluss noch gewährleistet ist. Bei zu starker Verschmutzung kann die Filtermatte verstopfen.
Behutsame Reinigung
Vermeiden Sie eine zu gründliche Reinigung der Matte, da sonst wertvolle Bakterienkulturen zerstört werden. In der Regel reicht es, die Matte alle paar Monate vorsichtig im Aquarienwasser (nie unter fließendem Leitungswasser!) auszudrücken oder mit einem Mulmsauger oberflächlich abzusaugen.
Langfristige Pflege
Mit der Zeit können sich die Poren der Filtermatte zusetzen. Nach mehreren Jahren kann ein Austausch notwendig werden. Tauschen Sie die Matte jedoch nie komplett auf einmal aus, sondern immer nur teilweise, um das biologische Gleichgewicht zu erhalten.
Fazit: Der Hamburger Mattenfilter als nachhaltige Alternative
Der Hamburger Mattenfilter ist mehr als nur eine kostengünstige Alternative zu modernen Filtersystemen. Er stellt eine biologisch sinnvolle, langlebige und wartungsarme Lösung dar, die besonders für naturnahe Aquarien, Garnelen- und Zuchtbecken ideal ist. Mit seiner einfachen Konstruktion und zuverlässigen Funktionsweise bietet er gerade für Einsteiger einen perfekten Einstieg in die Welt der Aquarienfilterung.
Während komplexere Filtersysteme in sehr großen oder stark besetzten Aquarien ihre Berechtigung haben, zeigt der Erfolg des HMF, dass manchmal die einfachsten Lösungen die besten sind. Die Kombination aus mechanischer und biologischer Filterung in einem platzsparenden, energieeffizienten System macht den Hamburger Mattenfilter zu einer zeitlosen Innovation in der Aquaristik.
Wer Wert auf Naturnähe, Nachhaltigkeit und Zuverlässigkeit legt, sollte den HMF definitiv in Betracht ziehen – eine Filtertechnik, die beweist, dass auch bewährte Methoden in der modernen Aquaristik ihren festen Platz haben.







