Artemia Nauplien als natürliches Fischfutter
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Artemia Zucht im Aquarium – Lebendfutter selbst herstellen

Die Fütterung von Aquarienfischen spielt eine entscheidende Rolle für deren Gesundheit, Wachstum und Farbenprachtentwicklung. Besonders Lebendfutter bietet dabei einen unschlagbaren Mehrwert und kommt den natürlichen Nahrungsgewohnheiten vieler Zierfische am nächsten. Eine der beliebtesten und einfachsten Methoden, hochwertiges Lebendfutter selbst zu produzieren, ist die Artemia Zucht. In diesem Artikel erfahren Sie, warum Artemien als Futtermittel so wertvoll sind und wie Sie die Aufzucht dieser Salzwasserkrebschen in Ihrem heimischen Aquarium erfolgreich umsetzen können.

Warum sich die Artemia Zucht für Aquarianer lohnt

Artemien, auch bekannt als Salinenkrebschen oder „Sea Monkeys“, gehören zu den kleinsten Krebstieren und stellen eines der wertvollsten Lebendfuttermittel in der Aquaristik dar. Die Vorteile der Artemia Zucht sind vielfältig:

Besonders Jungfische profitieren enorm von der Fütterung mit frisch geschlüpften Artemien. Diese sind reich an Proteinen, ungesättigten Fettsäuren und natürlichen Farbstoffen wie Astaxanthin, die die natürliche Farbentwicklung der Fische fördern. Die winzigen Nauplius-Larven (Schlüpflinge) sind zudem perfekt auf die Maulgrößen der meisten Jungfische abgestimmt. Dank ihrer langsamen Schwimmbewegungen sind sie leicht zu erbeuten, was den Jagdtrieb der Fische anregt und natürliches Verhalten fördert.

Ein weiterer großer Vorteil: Die Artemia Zucht ist überraschend einfach und kostengünstig. Mit einer geringen Anfangsinvestition in ein Artemia Zuchtset und Artemia-Eier können Sie kontinuierlich hochwertiges Lebendfutter produzieren. Dies ist nicht nur günstiger als der regelmäßige Kauf von Frostfutter, sondern bietet auch die Sicherheit, dass stets frisches und nährstoffreiches Futter zur Verfügung steht.

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Das benötigen Sie für die erfolgreiche Artemia Zucht

Für den Start der Artemia Zucht benötigen Sie eine überschaubare Grundausstattung:

  • Artemia-Eier (auch als Zysten bezeichnet)
  • Einen Zuchtbehälter (spezielle Artemiasetzer oder einfache Plastikflaschen)
  • Meersalz für die Salzlösung
  • Eine Luftpumpe mit Ausströmerstein
  • Eine Lichtquelle
  • Ein feines Sieb zum Abernten der Nauplien
  • Optional: ein Heizstab zur Temperaturregulierung

Es gibt im Handel spezielle Artemia Aufzuchtsets, die bereits alle notwendigen Komponenten enthalten und besonders für Einsteiger zu empfehlen sind. Diese Sets verfügen oft über durchdachte Funktionen wie integrierte Beleuchtung und spezielle Behälterformen, die das Abernten erleichtern.

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Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Artemia Zucht

Eine erfolgreiche Artemia Zucht erfordert die Einhaltung einiger grundlegender Parameter. Hier ist eine detaillierte Anleitung:

1. Vorbereitung des Salzwassers
Lösen Sie etwa 30-35 Gramm Meersalz pro Liter Wasser auf. Die ideale Salzkonzentration liegt zwischen 20-35 g/l. Verwenden Sie am besten Leitungswasser, das Sie 24 Stunden haben stehen lassen, oder abgekochtes und wieder abgekühltes Wasser, um das Chlor zu entfernen. Die Wassertemperatur sollte zwischen 25-28°C liegen, da in diesem Bereich die Schlupfrate am höchsten ist.

2. Einrichten des Zuchtbehälters
Füllen Sie den Zuchtbehälter mit der vorbereiteten Salzlösung. Bringen Sie den Ausströmerstein der Luftpumpe am Boden des Behälters an. Die Belüftung sollte kräftig sein, da die ständige Bewegung verhindert, dass die Eier zu Boden sinken und zudem für eine ausreichende Sauerstoffversorgung sorgt. Platzieren Sie eine Lichtquelle in der Nähe des Behälters, da Licht den Schlupfprozess stimuliert.

3. Zugabe der Artemia-Eier
Geben Sie nun die Artemia-Eier in das Wasser. Als Faustregel gilt: Etwa ein halber Teelöffel Eier reicht für einen Liter Salzwasser aus. Zu viele Eier können zu Sauerstoffmangel führen und die Schlupfrate verringern.

4. Inkubation und Schlupf
Bei optimalen Bedingungen beginnen die Nauplien nach etwa 18-24 Stunden zu schlüpfen. Die Schlupfzeit variiert je nach Wassertemperatur, Salzgehalt und Qualität der Eier. Bei niedrigeren Temperaturen kann der Schlupf bis zu 36 Stunden dauern.

5. Abernten der Nauplien
Sobald die Artemien geschlüpft sind, können Sie mit dem Ernten beginnen. Schalten Sie zunächst die Belüftung aus und warten Sie etwa 5-10 Minuten. Die leeren Eihüllen steigen an die Oberfläche, während die Nauplien zum Licht schwimmen. Wenn Sie eine Lichtquelle an einer Seite des Behälters platzieren, sammeln sich die Nauplien dort. Nun können Sie die Nauplien mit einem feinen Sieb oder einer Pipette abschöpfen.

Für eine optimale Nährwertversorgung Ihrer Fische sollten Sie die frisch geschlüpften Nauplien unmittelbar verfüttern. In unserer Anleitung zur optimalen Förderung von Fischnachwuchs finden Sie weitere wertvolle Tipps, wie Sie die Aufzucht junger Fische mit der passenden Ernährung unterstützen können.

Anreicherung von Artemien für höheren Nährwert

Um den Nährwert der Artemia Zucht weiter zu steigern, können Sie die Nauplien vor der Verfütterung anreichern. Die frisch geschlüpften Nauplien leben zunächst von ihrem Dottervorrat und nehmen erst nach 12-24 Stunden selbst Nahrung auf. In dieser Phase können Sie sie mit speziellen Anreicherungsprodukten füttern:

Nährstoffanreicherungen können die Artemien mit zusätzlichen ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Spurenelementen versorgen. Mikroalgen wie Spirulina oder Chlorella sind ebenfalls hervorragende natürliche Anreicherungsquellen. Diese Methode ist besonders wertvoll für die Aufzucht anspruchsvoller Fischarten oder für Zuchtprojekte mit hochwertigen Zierfischen.

Bei der Anreicherung ist eine separate Hälterung der Artemien notwendig. Transferieren Sie die geernteten Nauplien in frisches Salzwasser mit geringerer Konzentration (etwa 15-20 g/l) und fügen Sie das Anreicherungsmittel nach Herstellerangaben hinzu. Sorgen Sie für ausreichende Belüftung und verfüttern Sie die angereicherten Artemien innerhalb von 12 Stunden.

Probleme bei der Artemia Zucht und deren Lösungen

Trotz der relativ einfachen Handhabung können bei der Artemia Zucht gelegentlich Probleme auftreten:

Geringe Schlupfrate: Überprüfen Sie Wassertemperatur, Salzgehalt und Sauerstoffversorgung. Zu alte oder falsch gelagerte Eier können ebenfalls eine niedrige Schlupfrate verursachen. Bewahren Sie Artemia-Eier stets kühl, trocken und luftdicht auf.

Schimmelbildung: Tritt häufig bei unzureichender Belüftung oder zu vielen Eiern im Verhältnis zur Wassermenge auf. Erhöhen Sie die Durchlüftung und reduzieren Sie die Eiermenge bei den nächsten Ansätzen.

Hohe Sterblichkeit der Nauplien: Kann durch Sauerstoffmangel, zu hohe Temperaturen oder Verunreinigungen im Wasser verursacht werden. Regelmäßiger Wasserwechsel bei längerer Hälterung der Nauplien ist empfehlenswert.

Ein weiteres wichtiges Thema für die erfolgreiche Aufzucht ist die richtige Pflege der Jungfische nach dem Schlupf. Detaillierte Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel über erfolgreiche Zucht und Pflege von Jungfischen.

Artemia Zucht als nachhaltiger Beitrag zur Aquaristik

Die eigene Artemia Zucht ist nicht nur aus ernährungsphysiologischer Sicht sinnvoll, sondern trägt auch zu einer nachhaltigeren Aquaristik bei. Sie reduzieren Transportwege, Verpackungsmüll und schonen die natürlichen Ressourcen, da Sie weniger auf kommerziell hergestelltes Frostfutter angewiesen sind.

Besonders für Aquarianer, die regelmäßig Fische züchten oder aufziehen, ist die eigene Lebendfutterproduktion nahezu unverzichtbar. Die kontinuierliche Verfügbarkeit von hochwertigem Futter erhöht die Überlebensraten der Jungfische erheblich und fördert deren gesunde Entwicklung.

Mit etwas Übung und Routine wird die Artemia Zucht zu einem festen Bestandteil Ihres Aquaristik-Alltags und belohnt Sie mit gesunden, vitalen und farbenfrohen Fischen. Der Aufwand ist überschaubar, während der Nutzen für Ihre Aquarienbewohner immens ist. Beginnen Sie noch heute mit der eigenen Produktion dieses wertvollen Lebendfutters und erleben Sie den Unterschied, den natürliche Ernährung für Ihre Fische bedeutet.

+ Wie lange dauert es, bis Artemia-Eier schlüpfen und wann kann ich sie verfüttern?
+ Was brauche ich alles für die Artemia Zucht und wie viel kostet der Start?
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